1965: „Die haben ganz klein angefangen.“

Von der Landwirtschaft zum landwirtschaftlichen Lohnbetrieb Doppstadt

Die Küche auf dem elterlichen Hof in Homberg spielt eine zentrale Rolle: Sie ist Denkstube, Chefbüro und Kantine in einem. Hier werden Ideen entwickelt, Bewerbungsgespräche geführt, Mitarbeitersorgen besprochen. Hier auch treffen die Brüder Josef und Werner Doppstadt und dessen Ehefrau Hedwig die Entscheidung, den traditionellen Landwirtschaftsbetrieb der Eltern in ein landtechnisches Lohnunternehmen umzuwandeln. Ab sofort bieten sie den umliegenden Land- und Forstwirten Maschinen und Dienstleistungen an: säen, mähen, häckseln, dreschen.

„Die haben ganz klein angefangen“, erinnert sich dazu Friedhart Sperling, der 22 Jahre als Lohnunternehmer für Doppstadt tätig war. „Sie haben immer selbst mit angepackt und von ihren Mitarbeitern nie mehr verlangt als von sich selbst.“ Aus seiner damaligen Sicht ergänzen sich die drei Doppstädter ganz hervorragend: Werner hat die Ideen, Josef die Kreativität, sie zu bauen und Hedwig ist die Seele des Unternehmens, die das Geld zusammenhält. Doppstadt ist ein Familienbetrieb – und ist es bis heute geblieben. Friedhart Sperling erinnert viele berührende Momente aus der Zeit des Beginns – unter anderem, wie es war, wenn er spät nachts seine Arbeit beendete: „Wenn ich morgens um drei vom Dreschen kam, wartete Frau Doppstadt schon mit dem Essen auf mich. Sie war tatsächlich bis drei Uhr früh für mich wach. Da gab es dann auch kein Vertun: Ich durfte erst vom Hof, wenn ich alles aufgegessen hatte.“